Mayr Melnhof Holz Leoben, BSP-Fertigung
Klar & prägnant – Industrielle Holzarchitektur in neuer Dimension
Mit dem neuen Brettsperrholzwerk in Leoben entstand ein Industriekomplex, der die Grenzen des modernen Holzbaus neu definiert. Hochautomatisierte Produktionsprozesse treffen auf eine klare architektonische Formensprache, die den Werkstoff Massivholz selbst in den Mittelpunkt stellt. Die Anlage verbindet technische Präzision, nachhaltige Materialwahl und eine kraftvolle räumliche Struktur zu einem wegweisenden Beispiel industrieller Architektur.
Architekturplanung und Errichtung eines Holzindustriebaus mit über 33.000m² Produktionsfläche.
Bauherr
Mayr-Melnhof Holz Leoben GmbH
www.mm-holz.com
Leistungen arinco Architekten + Ingenieure
Entwurfs-, Einreichungs-, Ausführungs- und Detailplanung, Koordination Fachplaner
Projektbeschreibung
Das neue Brettsperrholzwerk von Mayr-Melnhof Holz in Leoben-Göss stellt eines der bedeutendsten Industrieprojekte im modernen Holzbau in Österreich dar. Angrenzend an das bestehende Areal des Sägewerks entstand seit 2021 ein hochautomatisierter Produktionsstandort für Brettsperrholz, ergänzt durch ein leistungsfähiges Nachsortier- und Hobelwerk sowie ein vollautomatisches Hochregallager. Der Neubau zählt zur größten Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte.
Der Produktionskomplex wurde in Holzbauweise errichtet und nutzt dabei Materialien aus dem eigenen Unternehmen – unter anderem Brettschichtholz, Brettsperrholz und 3-Schicht-Platten. Dies macht den Standort nicht nur zu einem technologischen Leuchtturmprojekt, sondern auch zu einem Beispiel für nachhaltige Industriearchitektur. Auf etwa 33.000m² Produktionsfläche werden Lamellen sortiert, gehobelt, verklebt und zu großformatigen CLT-Elementen weiterverarbeitet. Die geplante Jahreskapazität beträgt bis zu 130.000 m³ Brettsperrholz im Endausbau.
Ein besonderes Merkmal des Standorts ist das dreigassige, vollautomatische Hochregallager mit Platz für rund 28.000 m³ Rohlamellen. Die Intralogistik ist digital gesteuert und auf eine effiziente Versorgung der Produktion und der Lkw-Logistik ausgelegt. Ergänzt wird dies durch eine moderne Absaug- und Filtertechnik sowie eine nachhaltige Energieversorgung, die unter anderem durch Photovoltaikanlagen auf den Hallendächern und die Nutzung vorhandener Wasserkraft abgedeckt wird.
Weitere Informationen zu Mayr-Melnhof Holz: http://www.mm-holz.com/de/newspresse/
Informationen zur Fassadenbeschichtung: https://www.adler-lacke.com/at/referenzen/drei-farben-grau~ref4180349
Allgemeines & Facts
Gebäude & Architektur
Bauweise:
überwiegend Holzkonstruktionen (BSH, CLT, 3-Schicht-Platten)
Verbaute Holzmenge:
ca. 11.500 m³ PEFC-zertifiziertes Holz
Gebäudefläche:
ca. 33.000 m² Produktions- und Logistikfläche
Gebäudeform:
großmaßstäbliche L-förmige Anlage als funktionaler Mantel für sämtliche Prozessschritte
Tragwerk:
weit gespannte BSH-Binder, CLT-Wände und -Decken
Fassadenbild:
klar strukturiertes Holz-Metall-Hybrid, rhythmisierte Lichtbänder, industriell-präzise Konturen
Höhenentwicklung:
Hallenbauten für großformatige Anlagen, Turmstruktur als vertikaler Akzent
Wahrzeichen:
markanter, ca. 35 m hoher roter Turm – technisches Herzstück und identitätsstiftendes Zeichen
Planerische Herausforderungen & Besonderheiten
Dimension & Präzision:
Die Planung eines großmaßstäblichen Industriekomplexes vollständig in Holzbauweise erforderte millimetergenaue Abstimmung zwischen Tragwerk, Maschinenaufstellung und Logistikwegen.
Schwingungen & Lasten:
Durch die massiven Produktionsanlagen (Pressen, Sortieranlagen, CNC-Bearbeitung) mussten Schwingungsverhalten, Fundamentierung und Tragsysteme besonders sorgfältig abgestimmt werden.
Logistik im Gebäude:
Die Integration eines dreigassigen Hochregallagers mit automatisiertem Materialfluss beeinflusste die gesamte räumliche Organisation.
Zeitdruck & Prozesskoordination:
Die kurze Bauzeit verlangte eine eng getaktete Ausführungsplanung, parallele Abläufe und ein hohes Maß an Vorfertigung.
Brandschutz im Holzbau:
Die Kombination aus großflächigen Holztragwerken und industriellen Nutzungen erforderte detaillierte brandschutztechnische Konzepte und Nachweise.
Akustik & Umfeld:
Durch die Nähe zu Wohngebieten war eine schalltechnisch optimierte Gebäudeanordnung notwendig – die L-Form dient zugleich als funktionale Produktionsstruktur und als Pufferzone.
Architektonische Identität:
Trotz industrieller Funktion wurde großer Wert auf eine klare, hochwertige Formensprache gelegt – der rote Turm fungiert als Landmarke und verweist auf den innovativen Holzbau.
Fotos
Mark Sengstbratl